KIVA.. von Schamanen und Weisheitshütern

Dass meine Reise nicht zu einem Sightseeing-Event werden soll war mir und wahrscheinlich auch den mir Nahestehenden von Anfang an klar. Und als meine Freundin Martina mir etwa sechs Monate vor meiner Reise von der KIVA in Holland erzählte war ich mir sicher, dass ich genau dort beginnen möchte. Ganz gleich was in den Wochen davor oder in der Zeit danach geschehen werde.

Etwas riskant, mit loderndem Feuer in mir und dem Wunsch, dass die Reise nun endlich los geht war es, als ich mich auf den mit einem Bänderriss doch langen Weg nach Holland machte. Aber es sollte so sein. So wie all unsere Entscheidungen Wegweiser sind und uns genau zu diesen Erfahrungen bringen, die wir gerade brauchen, um vielleicht ein Stück zu wachsen, Erfahrungen zu vertiefen, noch ein paar weitere Runden im gleichen bullshit zu drehen in dem wir uns schon eine ganze Weile herum suhlen, um doch irgendwann den Weg nach draußen zu finden.. Ganz gleich, Hauptsache wir sind in Bewegung und bleiben nicht stehen.

Und nun zur KIVA.

Was bedeutet das eigentlich? Ein Zusammentreffen indigener Stammesoberhäupter und Weisheitshüter aus der ganzen Welt, die die Erde retten wollen, und dann? Schamanische Riten und Zeremonien und was soll das genau sein? Oder eine Zusammenkunft von einer Herde Hippies?

Als ich dort ankam, an einem Waldgrundstück mit ein paar wenigen sanitären Anlagen und Menschen, die am Aufbauen von Zeltkonstruktionen mitten im Wald waren, wusste ich, dass es sich hier nicht um ein Luxury Camp handeln werde. Das gefällt mir. Very basic! Just in contact with nature.

Wie ich mir angelesen hatte, wusste ich bereits, dass es am Morgen und am Abend jeweils zwei Schwitzhüttenrunden geben würde. Eine Schwitzhütte, oder „Temazcal“, wie sie hier, aus dem mesoamerikanischen Raum genannt wird, hat nicht viel mit einer Sauna oder einem Dampfbad gemeinsam. Es wird heiß und man schwitzt. Ansonsten ist alles anders. Das ganze Prozedere ist an zeremonielle Abläufe gebunden, die als Therapieform und zur Heilung von Krankheiten und zur Reinigung von Altem, dass wir dankbar verabschieden, um Neues in unser Leben einzuladen dient. In einer Temazcal ist es dunkel, wie im Bauch der Mutter Erde. Wir können hier Geborgenheit finden und es regt uns zu Selbsterfahrungsprozessen an, durch die jeder Anwesende während dieser Tage nach eigenem empfinden gehen kann.

Was mir daran besonders gefällt ist auf der bloßen Erde zu sitzen und deren Beschaffenheit und Temperatur zu spüren. Und auch die Verbindung zum Feuer das vor der Schwitzhütte brennt, um die Steine, die für unsere Ahnen stehen zu erhitzen, damit sie ihre Wärme an uns weiter geben können.

Eine KIVA ist ein Zeremonien und Versammlungsraum der Pueblo – Kulturen. Dieser Platz wurde hier mitten im Wald kreisrund in die Erde gegraben um während der vier Tage das heilige Feuer, das durchgehend brennen würde, um die Zeremonien der Elders, Schamanen und Weisheitstragern zu beherbergen.

Viel mehr möchte und kann ich zu all dem kaum sagen. Aus vielen zusammentragenden Händen ist dann eine kleine Community des Miteinander und Füreinander da seins, des Verantwortung tragens für jeden einzelnen und unsere Mutter Erde geworden. Es wurde gebetet, gesungen, getrommelt, getanzt, sich umarmt und lieb gehalten, gemeinsam durch Wassernot in den Toiletten und beim Kaffeekochen gegangen, ohne darüber zu lamentieren, herzliche Gespräche gehalten, Empfindungen und Eindrücken ausgetauscht, Kontakte geknüpft, gemeinsam geschwitzt, gekocht, gegessen, getrunken, gespült und noch einiges mehr.

Ich durfte viel erfahren und lernen, kam an eigene Grenzen und neue Erkenntnisse.

Ganz besondere Momente erlebte ich in der KIVA und bei einzelnen Workshops, die von den Elders und Schamanen am Nachmittag angeboten wurden.

Shirley Djukurna der Krenak berührte mich durch ihre kraftvolle und ausdrucksstarke Art. Sie nahm uns durch traditionelle Sprechgesänge ihres Stammes mit auf eine ganz besondere Reise zu unserer eigenen Verbundenheit mit der Erde. Und so wurden wir während dieser Tage reich beschenkt.. auch mit sehr viel Regen.

Shirley mit ihrer Tochter

Einige der Fotos stammen aus öffentlichen Quellen, da das benutzen von Smartphones und Kameras während der Zeremonien nicht erlaubt ist.

Weitere Infos findest du auf der offiziellen KIVA Seite: https://www.kiva-netherlands.nl/

Ahe Mitakuye Oyasin 🙏🏽

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