Mein Weg zum Yoga

Wenn ich mich zurück erinnere zeigten sich schon in meiner frühen Kindheit Tendenzen irgendwann einmal eine Yogini zu werden. Oder vielleicht war ich das sowieso schon immer. Wenn meine Erinnerung in das Leben vor diesem und das vor dem Vorherigen und noch weiter reichen würde, könnte ich jetzt bestimmt präzisere Angaben dazu machen. Aber belassen wir es mal bei meinen für mich nachweisbaren Erinnerungen.

Im Grundschulalter war ich sehr muskulös und bat meine Schwester sich auf meinen Bauch zu stellen. Das tat sie auch gerne. Ich konzentrierte mich dabei ganz auf meinen Atem. Danach schwang ich meine Beine hinter den Kopf und lag glückselig in Yoga Nidrasana – die Schlafstellung des Yogi.

Mit siebzehn las ich Siddhartha von Hermann Hesse. Es kam mir vor, als tauche ich in eine mir vertraute und bekannte Welt ein. Daraufhin meldete ich mich zu meinem ersten Yogakurs an der Volkshochschule an. Ich war die jüngste Teilnehmerin und meine Lehrerin freute sich über meine Beweglichkeit und Hingabe. Und ich freute mich, etwas für mich gefunden zu haben, wo ich so ganz mit mir sein konnte.

Mein erstes Yogabuch war „Yoga für alle Lebensstufen“ vom Sivananda Yoga Zentrum. Ich übte regelmäßig und mit Begeisterung. Als meine Tochter geboren war übte ich weiter in ihrem Beisein. Sie krabbelte unter mir durch und über mich drüber. Auf meinen Füßen ließ ich sie wie im Acro-Yoga fliegen. Während Savasana, der Tiefenentspannung, spielte sie ruhig. Nach einer Weile kannte sie die Abläufe meines Übens. Als ich nach der Endentspannung meine Augen öffnete, sass sie mir im Schneidersitz gegenüber. Ihre Hände in Gebetshaltung vor dem Herzen haltend und mit einer Verneigung mir zugewandt. Da war sie knappe drei Jahre alt.

Kurze Zeit später reisten wir nach Indien. Eine neue Welt mit fremden Sinneswahrnehmungen eröffnete sich uns. Wir reisten zum Himalaya Gebirge, nach Rishikesh, Varanasi und Rajastan. Verbrachten viel Zeit in Goa und Karnataka.

Wir lebten mehrere Monate an heiligen Plätzen. So besuchten wir Bodhgaya, den Platz, an dem Siddhartha Gautama seine Erleuchtung fand. Wir wohnten in verschiedenen Ashrams, saßen mit buddhistischen Mönchen auf dem Steinboden und aßen für eine Woche morgens und abends nichts anderes als Dahl (Linsen) mit Reis.

Bei Sathya Sai Baba, einem reinkarnierten Meister, standen wir über mehrere Monate jeden morgen um fünf Uhr in der Schlange, um zu seinem Darshan (Zusammentreffen) zu kommen. Dort meditierte ich und Ronja schlief auf meinem Schoss oder tat es mir nach. Wir sangen Bhajans (religiöse Volkslieder) und feierten die hinduistischen Festlichkeiten mit.

Yoga gab es überall.

In Indien machte ich die Ausbildung zum Reiki-Master. Das lief dort nicht so wie hier bei uns im Westen. Meine damaligen Lehrer boten all ihre Einweihungen auf Spendenbasis an. Das war für mich mit kleinem Geldbeutel von großem Vorteil und für mein weiteres Handeln eine bedeutsame Lehre.

Ich erlernte verschiedene Massagetechniken, das Kochen auf dem Feuer und wie man im Dschungel auf die Toilette geht. Aber dazu an anderer Stelle mehr..

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